Brigitte Baumeister
Einmal Bobtail immer Bobtail

Von "Vom Bärenbruch" zu " Treasure Island`s"

In den 70er Jahren habe ich mich schon einmal intensiv mit der Bobtailzucht beschäftigt. Leider ist aus der Zeit nicht viel erhalten geblieben, ich hatte alle Bobtailsachen im Gartenhaus untergebracht, das wurde im Laufe der Zeit undicht und die Eichhörnchen sind dort eingezogen. 

Vor ein paar Jahren haben wir das Haus abgerissen und samt Inhalt, das heißt mit allen Ordnern und Pokalen in einem großen Container entsorgt.

Habe ich zu der Zeit nicht gedacht, dass ich nochmal Bobtails züchten wollte. Doch dann kam Adele. Als ich mit 63 in den Ruhestand ging kam der Wunsch auf, es nochmal mit einem Bobtail zu versuchen. Zeit für die Pflege war ja nun da...

Als Teenager habe ich mich in ein Bobtailbild verliebt und mir war klar so einen Hund wollte ich haben. Es dauerte dann aber noch ein paar Jahre. 1974 las ich in unser Tageszeitung 5 Monate alter Bobtailrüde zu verkaufen. Die Familie hatte den Bobtail aus England mitgebracht. Doch nun wurde er ihnen zu ungestüm und warf die kleinen Kinder um.

Bootsmann hatte wie ich es gewünscht hatte zwei schwarze Ohren und war wirklich etwas wild, doch mit der Zeit und ein bisschen Erziehung wurde es besser.

Um andere Bobtails zu sehen meldeten wir ihn auf einer Ausstellung in Harsewinkel, dort wurde er der schönste von dreien und Jugendsieger Westfalen.

Dann kauften wir "Toska vom Onkenhof" und meine Bobtailzucht begann.

Schon damals fuhren wir fast jedes Jahr zur Cruft, erst noch nach London später dann nach Birmingham. Dort sah ich auf einer Ausstellung "Aberfells Georgy Porgy" ein Bobtail mit einem wahnsinns Fell und einer tollen Ausstrahlung, aus diese Linie wollt ich auch etwas haben. ich schrieb mehrere Züchter in England an und fragte nach ob sie gewünschtes hätten. ich bekam Kontakt mit Jean Borland,

die etwas aus dieser Linie geplant hatte. Nachdem der Wurf da war fuhren wir zu Jean und machten ein paar Tage Urlaub in Edinburgh. Als ich meine kleine Princess das erste mal sah war ich wirklich überwältigt, ich hatte ja schon ein Paar Würfe ein Deutschland gezüchtet, aber solche Köpfe gab es bei uns nicht.

Jean sagte damals sie könnte mir nicht garantieren das Princess Champion wird, aber sie gebe mir 25 Jahre Bobtailerfahrung mit.

 

  • L-Wurf
    L-Wurf
  • Jean und Charly
    Jean und Charly
  • Princess
    Princess


 

Princess Holly Bunch of Jeabor war wirklich eine ganz besondere Hündin und ich habe sie sicher über 50 mal ausgestellt und sie hat fast immer gewonnen. Sie bestach einfach durch ihre Haltung durch ihren tollen Kopf, ihr super Fell und ihr fantastisches Gangwerk.

Aus ihrem ersten Wurf habe ich mir den Rüden Märchenprinz vom Bärenbruch behalten, der auch ein super Ausstellungshund wude, er und seine Brüder, vor allem auch "Mister Juul vom Bärenbruch" der nach Dänemark verkauft wurde, hatten einige tolle Nachkommen, wenn auch nicht alle in der Ahnentafel vermerkt wurden. Wieso? Damals gab es noch keine DNA Profile und es wurden nicht immer die richtigen Rüden in der Ahnentafel vermerkt. Mal mit mal ohne Absicht. Wenn ein Rüde nicht richtig deckte führ man am nächsten Tag zum nächsten Rüden....doch auch ohne das es zum Hängen kam konnten schon Welpen gezeugt worden sein.

 

Deshalb bin ich eine Verfechterin der DNA Profile, nur so kann man sicher sein, das der angegebene Rüde auch wirklich der Vater ist. einige VDH Vereine haben es schon zur Pflicht gemacht, doch die Briten hängen da noch etwas hinterher, auf mein Nachfragen soll es jetzt aber bald eingeführt werden.

 

Manchmal werde ich gefragt ob sich die Bobtails in den letzten dreißig Jahren verändert haben. Ja es gibt schon einige Veränderungen. Vielleicht vorab ich war damals schon Zuchtwartin bei den Briten und habe außer meine eigenen etliche andere Würfe gesehen. Oft sind wir auch nur zum gucken zu befreundeten Züchtern gefahren, natürlich immer mit der Einladung unsere Würfe zu besuchen. Und dann meine Ausbildung als Zuchtrichterin, da hatte ich auch reichlich Möglichkeiten Bobtails genauer zu betrachten, denn das ist wichtig bei dem vielen Fell kann man nicht alles sehen und muss den Hund abtasten.

   

Es gibt natürlich positives und negatives, gut finde ich, dass die Gebisse sich stabilisiert haben, früher gab es da öfter Überraschungen seinen es Vorbisse oder auch Rückbisse. Auch die HD scheint durch die strengen Kontrollen ganz gut im Griff zu sein. Manchmal sind mir die Vorgesichter zu lang und nicht breit genug, auch der Stop ist oft nicht genug ausgebildet. Wenn der Stop deutlich ist stehen die Augen weiter auseinander und der Ausdruck wird schöner. Manche Augen sind nicht dunkel genug und es gibt relativ viele blaue Augen, aber das ist Geschmacksache. Wichtig finde ich auch ein gutes Pigment wobei das gar nicht so viel mit den Patches zu tun hat, es gibt durchaus Hunde mit weißen Köpfen und schwarz umrandeten Augen.

 

Was es heute wohl nicht mehr gibt sind Bobtails die nicht sabbern, vor dreißig Jahren gab es Hunde die immer einen trockenen Bart hatten, doch diese Linie ist wohl ausgestorben.

Die meisten Bobtails heute haben aber ein gutes, bis sehr gutes Gangwerk und das finde ich sehr wichtig. Manche gehen auch gern ins Wasser und sind gelehrig wie Pudel. Meine Bobtails damals waren alle sehr wasserscheu.

 

Alles in allem Traumhunde, wenn man es schafft das Fell zu pflegen oder wenigstes ab und zu scheren zu lassen. Es gibt ja auch gute Hundesalons die da behilflich seinen können.

Falls sie wissen möchten, wieso der Kennelname sich geändert hat. Ganz einfach "vom Bärenbruch" war national geschützt und "Treasure Island´s" unter dem Zwingernamen ich die letzten 20 Jahre Dandie Dinmont Terrier gezüchtet habe, war schon international geschützt, so wie es heute Pflicht ist.